Geschichte eines fast vergessenen KZs
Mit dem Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge zur Gedenkstätte KZ Osthofen
Der Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V. bietet am 13. Juni (Samstag) eine zweistündige Führung im Konzentrationslager Osthofen an. Die Abfahrt mit Privat-Pkw ist ab 13 Uhr vom Melibokus-Parkplatz, Zwingenberg. Die Führung in Osthofen beginnt um 14 Uhr. Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt. Die Anmeldung ist erforderlich unter info@arbeitskreis-zwingenberger-synagoge.de. Es sind noch wenige Restplätze verfügbar.
Nach einer ausgiebigen Führung durch die verschiedenen Bereiche des ehemaligen Konzentrationslagers, in dem bereits ab März 1933 überwiegend politische Gegner des NS-Regimes inhaftiert wurden, gibt es Gelegenheit, die Dauerausstellung zu besuchen: Informationen über Häftlinge, Lagerleitung, Wachmannschaften und Alltag der Häftlinge werden ergänzt durch Biografien von bekannten Persönlichkeiten wie dem hessischen Sozialdemokraten Carlo Mierendorff und der Schriftstellerin Anna Seghers, deren Roman „Das siebte Kreuz“ die Flucht von sieben Häftlingen aus dem Konzentrationslager Westhofen beschreibt, der Name verweist auf das KZ Osthofen.
Auch die drei Zwingenberger Ludwig Mütz, Philipp Steitz und Paul Drach wurden im September 1933 in dieses Konzentrationslager gebracht – „wegen unerlaubter Flugblattverteilung und des dringenden Verdachts kommunistischer Zusammenkünfte“. Fast 3000 Gegner des NS-Regimes wurden dort unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten. Für viele von ihnen war dies die erste Etappe einer langen Reihe von Verschleppungen in Gefängnisse, Zuchthäuser und weitere Konzentrationslager.
Das Konzentrationslager Osthofen wenige Kilometer nördlich von Worms – in einer ehemaligen Papierfabrik untergebracht – war das erste KZ im ehemaligen Volksstaat Hessen, zu dem damals die Provinzen Oberhessen, Starkenburg und Rheinhessen gehörten. Von März 1933 bis Juli 1934 wurden in Osthofen neben politischen Gegnern der NSDAP auch Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas und Gewerkschafter ohne richterliche Verfügung inhaftiert. Dort wurde bereits sichtbar, wie die Nazi-Schergen Menschen entwürdigten, quälten und misshandelten.
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